Jehona Kicaj liest
Die im letzten Jahr für den Deutschen Buchpreis nominierte Autorin wurde im Kosovo geboren und gelangte mit ihren Eltern auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg in Serbien nach Deutschland, wo sie in den Kindergarten, zur Schule und auf die Universität ging. Ihr bewegender Roman ist ein Buch über Erinnern und Vergessen und den mühevollen Neuanfang in einer fremden, neuen Heimat.
Aus der neuen Sprache verschwunden ist auch das "ë" (ein e mit zwei Punkten), das im Albanischen ein eigener Vokal ist, und dem Buch den Titel gegeben hat. Albanisch ist eine Sprache, die nicht mit den anderen Sprachen des früheren Jugoslawiens verwandt ist. Sie wird nicht nur in Albanien, sondern auch im Kosovo gesprochen. In Deutschland plötzlich sprachlos, erfindet Jehona Kicaj in ihrer mühsam erlernten neuen Sprache wunderschöne Bilder, und ihre Stimme wird zur Stimme einer Frau, die sich mit den Traumata der Vergangenheit auseinandersetzt.
Der Roman »ë« erinnert an den in Deutschland kaum bekannten Kosovokrieg und an das Leid von Familien, die ihre Heimat verloren haben. Jehona Kicaj, die den Krieg als Kind von Geflüchteten aus der Entfernung erlebt hat, bringt eine Zeit, die nicht vergehen kann, weil sie buchstäblich in jeder Faser des Körpers steckt, im wahrsten Wortsinn zur Sprache.
Das Buch "ë" ist ein stilles und zugleich sprachmächtiges Buch, das gerade in Zeiten der Verunsicherung und der Gefahren für Freiheit und Demokratie von enormer Bedeutung ist.
Vorverkauf: www.kultur-ini.de , Abuela bücherladen Dingolfing, alle Reservix VVK Stellen
Vorverkaufspreis: 13,00 (online plus Gebühren) - Bis 25jährige an der Abendkasse freier Eintritt,solange Vorrat reicht - Abendkasse 15.-
Foto: Carl Philipp Roth
